Sie alle treten für die Eltern-Liste zur Kommunalwahl am 25. Mai an: Rüdiger Hotz, Holger Zweigart, Maik Ritter, Dagmar Heiss-Krampe, Stefan Metzger, Joachim Bott, Jürgen Tischer, Kerstin Seifert, Andreas Kubisch und Tanja Scaffa (von links). Man hoffe, so Bott, dass bis zum Ende der Frist noch viele weitere zur Liste hinzukommen.

Sie alle treten für die Eltern-Liste zur Kommunalwahl am 25. Mai an: Rüdiger Hotz, Holger Zweigart, Maik Ritter, Dagmar Heiss-Krampe, Stefan Metzger, Joachim Bott, Jürgen Tischer, Kerstin Seifert, Andreas Kubisch und Tanja Scaffa (von links). Man hoffe, so Bott, dass bis zum Ende der Frist noch viele weitere zur Liste hinzukommen.

Sie haben mit ihrem Vorhaben, für die Gemeinderatswahl am 25. Mai eine eigene Elternliste aufzustellen, bereits im vergangenen Jahr aufhorchen lassen: Nun haben die Mitglieder des Landesverbands „Liste Eltern Baden-Württemberg“ ihre Absicht in die Tat umgesetzt.

Am Donnerstagabend wählte der Ortsverband Pforzheim die ersten Mitglieder auf die Liste für die Gemeinderatswahl. Bislang haben sich 14 Kandidaten – 40 dürfen es insgesamt sein – aufstellen lassen. Weitere folgen bis zur nächsten Woche. Man sei sich sicher, dass sich bis zum Ende der Zulassungsfrist am 27. März noch weitere Kandidaten finden, sagt der Vorsitzende Andreas Kubisch. „Und wir brauchen auch mehr Kandidaten, sonst vergeben wir viele Stimmen“, fügt sein Stellvertreter Joachim Bott hinzu, der seit mehr als einem Jahr Vorsitzender des Gesamtelternbeirats (GEB) Pforzheim ist. Kubisch fungiert als sein Stellvertreter.

Die Elternliste ist bunt gemischt: Zwischen Mitte 30 bis Ende 50, da sitzen Lehrer und Bankkaufleute neben Juristen, Einzelhändlern oder einer Erzieherin, Frauen neben Männern. Fachkompetenz ist in vielen Gebieten vorhanden. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: Sie engagieren sich schon lange für das Wohl ihrer Kinder. Sie sitzen in Elternbeiräten an Pforzheimer Schulen und Kindergärten, im Gesamtelternbeirat der Stadt oder im Landeselternbeirat. Und noch etwas eint sie: die Auffassung, dass es so nicht weitergehen könne.

Die Pforzheimer Schulen seien in einem katastrophalen Zustand, meint Dagmar Heiss-Krampe. Sie gehört dem Vorstand der Landesliste und dem Elternbeirat der Weiherbergschule an. „Ich habe Zukunftsangst, wie das in 20 Jahren aussehen soll“, sagt sie. „Nicht erst seit gestern geht es bergab – von der Kita bis hin zur Ausbildung oder dem Studium. In Pforzheim sind die Politiker aber eher damit beschäftigt, den Innenstadtring zu bauen“, sagt Kubisch. Das seien auch wichtige Themen, seiner Meinung nach müsse man aber an anderer Stelle ansetzen: „Wir müssen in die Zukunft unserer Kinder investieren, in Kitas und Schulen, in deren Infrastruktur, im Gebäudemanagement, in die Lehrerbildung. Das ist ein Standortfaktor. Dann holt man auch Arbeitnehmer in die Stadt, was wiederum die Wirtschaft belebt.“ Maik Ritter, stellvertretender Vorsitzender des Elternbeirats der Nordstadtschule, findet für seinen jüngsten Spross keinen Kita-Platz. „Ich möchte mich engagieren“, sagt er. Und Kerstin Seifert, Elternbeirat am Reuchlin-Gymnasium, fügt hinzu: „Wenn wir eine lebenswertere Stadt wollen, müssen wir investieren.“

Er sehe in der Oststadt jeden Tag, wie egal Kinder ihren Eltern seien – „man überlasst die Bildung den Schulen, und die sind oft in einem schlechten Zustand“, sagt Holger Zweigart. Sein Mitstreiter Rüdiger Hotz wünscht sich mehr G9-Schulen. Zur Liste gehört auch Jürgen Tischer, ehemaliger Vorsitzender des Pforzheimer Gesamtelternbeirats und Mitglied im Landeselternbeirat. „Für mich ist Bildung mehr als Schule“, sagt er. Es gehe um die Rechte der Kinder.

Nicht nur Schule im Fokus

Bei der Elternliste dreht sich thematisch nicht alles um die Bildung. Neben Schulentwicklungsplan und frühkindlicher Sprachförderung stünden der „Verkehrs-Irrgarten“, die Verschuldung der Stadt sowie das Thema Bürgerdemokratie auf der Agenda. „Schulpolitik ist Wirtschaftsförderung“, sagt Bott. Wichtig ist den Eltern dieses: „Wir wollen keine leeren Versprechungen machen wie andere Parteien“, sagt Kubisch. Man wolle und könne die Sache ganz anders angehen. „Wir sind nah dran an den Problemen. Man muss uns nur die Chance geben“, sagt er – verbunden mit einer klaren Kampfansage an die bisherigen Fraktionen im Gemeinderat.

Autor: Sabine Simon