„Emma“, Reuchlin-Gymnasium, Eishalle und Nagoldhang – bei der von Ex-OB-Kandidat Andreas Kubisch (vorne, rechts) initiierten Veranstaltung „Dem Stadtrat die Rote Karte zeigen“ demonstrieren rund 120 Teilnehmer auf dem Marktplatz gegen die aktuelle Kommunalpolitik. Foto: Ketterl

Pforzheimer Zeitung, 7.11.2017

Ein Dienstagabend, der es in sich hat. Während vor dem Rathaus Demonstranten ihrem Ärger über die Stadtpolitik Luft machen, wird im Ratssaal erregt diskutiert. Positive Signale zum Erhalt des Eissports dringen nach draußen, danach entfacht OB Peter Bochs Ansatz zur Haushaltssicherung eine Kontroverse.

Geheimes hinter verschlossenen Türen: Eben über die St.-Maur-Halle diskutieren zeitgleich mehrere gemeinderätliche Ausschüsse nicht-öffentlich. Nach PZ-Informationen wird kein Beschluss gefasst. Dennoch scheinen die Chancen der draußen demonstrierenden Sportler zu steigen, in Pforzheim weiter über Eis gleiten zu können. Wie zu hören ist, gibt es durchaus ein Lager, das das lukrativste Angebot vorziehen will: Jenes für einen Trampolin-Park soll bei 1,5 Millionen Euro liegen. Überraschung herrscht aber darüber, dass „Brauhaus“-Chef Wolfgang Scheidtweiler seine Offerte offenbar deutlich nachgebessert hat.

Heftige Diskussion im Sitzungssaal: Eigentlich ist es eine frohe Kunde, die der Stadtkämmerer Konrad Weber in der anschließenden öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses bereithält. Sein von der Grünen Liste beantragter Kassensturz ergibt, dass die finanzielle Entwicklung deutlich weniger schlecht ist als befürchtet. Der Ergebnishaushalt etwa weist für 2016 bloß ein Minus von knapp neun Millionen statt der geplanten 42 Millionen Euro auf. OB Boch wirbt für seinen Ansatz, auf einen Haushaltsstrukturausschuss zu verzichten. Mit sieben zu fünf Stimmen kommt Bochs Vorschlag durch, bei der endgültigen Entscheidung am Dienstag im Gemeinderat könnte es eng werden.